Aktuelles rund um eSourcing - Erfahrungen und Trends
Zahlen und Fakten
Online Auktionen - Zahlen und Fakten
Erfahrungsgemäß sind über Online-Auktionen durchschnittliche
Einstandspreisreduzierungen je nach Branche und Markt zwischen 5 % und
18 % zu erzielen.
Zusätzlich werden Einsparungen der Prozesskosten in Abhängigkeit der
Integrationstiefe und Nutzungsintensität von 20 % bis 30 % erreicht.
Die realisierten Material- und Prozesskosteneinsparungen sind direkt
ergebniswirksam und liefern einen positiven Wertbeitrag.
Die Durchführung von Online-Auktionen rechnet sich erfahrungsgemäß (je nach Marktsituation) ab einem
Beschaffungsvolumen von ca. 10-30 TSD Euro je Vorgang.
In der Regel werden 5-10 Lieferanten zur Angebotsabgabe aufgefordert.
Internet-Nutzung in Unternehmen
74% aller Unternehmen nutzten 2003 das Internet (Anstieg von 11%
gegenüber 2002, vor allem bei mittelständischen und kleinen Unternehmen)
Von fast allen Unternehmen wird das Internet zur Informationsbeschaffung
(95%) genutzt. Weitere Nutzarten sind Online-Finanzgeschäfte (64%) sowie
Marktbeobachtung (43%)
22% der Unternehmen kaufen Waren & Dienstleitsungen über das Internet
(steigt bei größeren Unternehmen auf bis zu 37%)
Anteil der über das Internet bezogenen Waren & Dienstleistungen an
gesamten Investitionen und Aufwendungen 2 bis 10%
Handel macht Sprung; insgesamt aber noch großer Nachholbedarf
Die Unternehmen haben gegenüber dem vergangenen Jahr Fortschritte bei der elektronischen
Beschaffung (E-Procurement) gemacht. Über ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) berichtet
von Einsparungen hinsichtlich Prozesskosten in Höhe von bis zu 50 Prozent. Aber: Zugleich
liegen noch große Kostensenkungspotenziale brach. Das hat das „Stimmungsbarometer
Elektronische Beschaffung 2005“ ergeben, das der Bundesverband Materialwirtschaft,
Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt, nun im zweiten Jahr im Vorfeld der Fachmesse
mit Kongress für Beschaffungs- und Lieferanten-Management, der e_procure & supply,
durchgeführt hat.
Deutlich zurückhaltender sind die Unternehmen in Sachen elektronische Ausschreibungen
und Auktionen (E-Sourcing): 52 Prozent (Industrie) bzw. 46 % (Handel/Dienstleistung) haben
noch keine Erfahrung damit – ähnlich wie vor einem Jahr. Marquard: „Unverständlich angesichts
der Tatsache, dass rund 40 Prozent der aktiven Unternehmen eine Einsparung von bis zu 25
Prozent bei den Einstandspreisen durch E-Sourcing erzielen.“ 5 Prozent der Industrieunternehmen
geben an, bis zu 50 Prozent Einsparung erreicht zu haben. „Im Bereich E-Sourcing gilt es,
Überzeugungsarbeit und zu leisten: mit Hilfe weiterentwickelter effizienter Bausteine,
durch die Erarbeitung relevanter Analysen, durch verlässliche Standards und nicht zuletzt
durch gezielte Informationskonzepte hinsichtlich Nutzen und Vorteilen“, so Marquard weiter.
Materialkostenreduzierung gegenüber Umsatzsteigerung direkt Ergebniswirksam
Es ist unstrittig, dass durch den Einkauf realisierte Material- und
Prozesskosteneinsparungen direkt ergebniswirksam sind und somit einen positiven
Wertbeitrag liefern. Veranschaulicht man sich die Zusammensetzung der gesamten
Einstandskosten im Einkauf zeigt sich im Durchschnitt eine Aufteilung von 96-98%
Materialpreise und lediglich 2-4% Beschaffungsprozesskosten. Der große Hebel
liegt damit bei der Reduzierung der Materialpreise. Hierbei spielen Online Auktionen
und Ausschreibungen eine wichtige Rolle. Die Potentiale von Procurementsystemen zur
Prozessoptimierung scheinen damit im ersten Schritt gering. Unterschätzt wird
hierbei jedoch oft die Wirkung der strukturellen Änderung von Tätigkeiten. Die
Verlagerung von operativen Tätigkeiten hin zu strategischen Aufgaben führt in der
Regel zu signifikanten Einsparungen und einer Erhöhung des Leistungsvermögens im
Einkauf.
So beträgt der Anteil des Fremdbezugs in der Computerindustrie bis zu 85%
des Umsatzes, die Fertigungstiefe von Automobilherstellern beträgt an einzelnen
Standorten nur noch 25%. Vor diesem Hintergrund verdeutlicht eine Modellrechnung
die immense Bedeutung einer Materialkostenreduzierung auf das Unternehmensergebnis.
Für Unternehmen mit einer kalkulatorischen Renditeerwartung von drei Prozent und
einem Materialkostenanteil am Umsatz von 60% hat die Materialkostenreduzierung
von 3% den gleichen Effekt auf die Rendite wie eine Umsatzsteigerung von 60%.
Konzepte wie Online Auktionen und Ausschreibungen fokussieren auf die Einstandspreise
und helfen erhebliche und robuste Einsparpotentiale zu erzielen. Die durchschnittliche
Einsparung der durch das TCW durchgeführten Online Auktionen liegt bei etwa 15%.
Die geeigneten Bedarfe reichen von Kopierpapier, über Rohstoffe, zeichnungsgebundenen
Teilen bis hin zu komplexen IT-Systemen.
Quelle: Interview mit Univ.-Prof. Dr. Dr. Horst Wildemann, TU München
Auktionen werden zu wichtigem Beschaffungsinstrument
Aktuelle Studien zeigen, dass zwischen 35% und 50% der größeren Unternehmen (über
100 Mio. Euro Beschaffungsvolumen) online Beschaffungsauktionen nutzen. Dieser
Anteil ist bei Dienstleistern etwas niedriger. Das durchschnittliche wertmäßige
Beschaffungsvolumen, das dabei über solche Auktionen abgewickelt wird, ist mit
durchschnittlich weniger als 15% noch moderat; einige Unternehmen setzen aber bereits
für über 25% ihres kompletten Beschaffungsvolumens Auktionen ein. Mit einer
jährlichen Wachstumsrate von 10% bis 15% steigt die Verbreitung von Beschaffungsauktionen
zur Zeit. stark an. Man kann davon ausgehen, dass Auktionen in der
Zukunft in zahlreichen Branchen zu einem wichtigen Absatz- bzw.
Beschaffungsinstrument werden.
Initiiert werden die Auktionen dabei hauptsächlich
seitens der Beschaffung, die die Vorteile einer hohen Transparenz sowie einer
professionellen und schnellen Durchführung der Beschaffungsprozesse nutzen möchte:
Die Transparenz soll die Lieferanten zur Preissenkung bewegen, d.h. dem beschaffenden
Unternehmen niedrigere direkte Kosten ermöglichen.
Die qualitativ und zeitlich verbesserte Durchführung des Beschaffungsprozesses
senkt häufig die indirekten Kosten für die Beschaffung (Prozesskosten).
Die in der Anfangsphase noch massiv in den Vordergrund gestellten direkten Kostensenkungen
verlieren zunehmend an Bedeutung, während sich die Verbesserungen der
Prozesseffizienz immer mehr als der künftige Wachstumsmotor etablieren.
Bei entsprechender Prozessqualität kann eine Reihe potenzieller Vorteile von Auktionen
genutzt werden:
Die Produktivität des Einkaufs kann steigen, da mehr Kontrakte intensiv
verhandelt werden können.
Die Einkäufer sind gefordert, die Beschaffungsprozesse besser zu strukturieren,
und vor allem die Produkte/Artikel bzw. Services klar zu spezifizieren, denn der
Erfolg einer Auktion hängt wie beschrieben maßgeblich von deren
Vorbereitung ab.
Die einzelnen Einkäufer fühlen sich teilweise wohler mit online Auktionen, da
der distributive und oft als unangenehm empfundene Part der Preisverhandlung
entpersonalisiert abläuft. Andererseits fühlen sich Einkäufer aber damit unwohl,
eine ihrer als ureigen empfundenen Aufgaben quasi aus der Hand zu
geben: „Man fühlt sich außen vor, es ist als schaut man ein Aquarium an – nur
spannender, da sich die Fische gewissermaßen gegenseitig auffressen.“
Internationale Verhandlungen werden verbessert, denn erstens können mehr
Preisverhandlungsrunden ohne zusätzliche Reisen durchgeführt werden,
zweitens kommt der neutralisierende bzw. entpersonalisierende Effekt insbesondere
bei größeren kulturellen Unterschieden positiv zum Tragen.
Zwar ist es im traditionellen Modus prinzipiell ebenso möglich, bis zu dem
„wahren“ Marktpreis zu verhandeln, doch Kapazitätsrestriktionen verhindern
dies oft. Ein Einkaufsmanager umschrieb diesen Effekt als: „Eine Auktion ist
immer mindestens so gut wie mein bester Einkäufer.“
Bezogen auf die Preisverhandlungen steigt auch die Transparenz für das Einkaufsmanagement.
Einer der Interviewten brachte dies wie folgt zum Ausdruck:
„Jetzt kann ich im übertragenen Sinne in den Verhandlungsraum hineinschauen
– anstatt mich auf die Schilderungen meiner Einkäufer zu verlassen,
schaue ich in das System und sehe den Markt.“
Auch immer mehr Mittelständler profitieren von E-Sourcing
So ist die Zahl derjenigen Unternehmen, die komplett offline sind, mit einem
Prozent auf einen neuen Tiefstand gesunken. Bereits vier von zehn Firmen kaufen
regelmäßig online Waren und Dienstleistungen ein und wollen dies künftig noch
verstärken. So beabsichtigen laut der IBM/'impulse'-Studie 2005 schon 52 Prozent
der Unternehmen, den Kauf von Waren und Dienstleistungen via Internet abzuwickeln.
Grund dafür ist für 48 Prozent die Reduzierung der Beschaffungskosten.
Neben der Kostenreduzierung haben Mittelständler durch das Internet auch ihre Effizienz
innerhalb nur eines Jahres nochmals steigern können. So können nun 58 Prozent der
Firmen (2003: 39 Prozent) ihren Kunden kürzere Lieferzeiten anbieten, 16 Prozent
reduzierten so ihre Lagerkosten (2003: 14 Prozent).
Das belegt die aktuelle Studie "Internet und E-Business im Mittelstand", die IBM
Deutschland und das Kölner Unternehmermagazin 'impulse' (Ausgabe 5/2004, EVT 22. April)
nun bereits zum sechsten Mal seit 1999 vorlegen.
Quelle: Studie Internet und E-Business im Mittelstand, Untersuchung des Unternehmensmagazins impulse und IBM Deutschland GmbH bei 1008 (ausgewählten) Unternehmen
Trend der steigenden Akzeptanz des Internets hält weiter an
95 Prozent der Unternehmen ab 10 Beschäftigten in Deutschland hatten im ersten
Quartal 2004 einen Internetzugang, so die Studie zur Nutzung von Informations- und
Kommunikationstechnologien in Unternehmen und in privaten Haushalten die vom
Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, auf der CeBIT 2005
vorgestellt wurde.
Vor allem auch die Nutzung des Internets für die Geschäftstätigkeit nahm
zu: "Es waren vor allem wieder die kleinen Unternehmen mit bis zu 19 tätigen
Personen, die für das erneute Wachstum verantwortlich sind", "Größere
Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen setzten das Internet wie bereits
im Vorjahr fast durchgängig ein."
Hierdurch wird deutlich dass der Trend der steigenden Akzeptanz auch von
E-Business/E-Sourcing Lösungen (z.B. Teilnahme an Online Auktionen und Ausschreibungen)
weiter anhält, und inzwischen auch für kleinere Unternehmen immer mehr zum Alltag wird.
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit: "Viel e-Business = viel Erfolg"
Im Ländervergleich schneidet Deutschlandinzwischen zufrieden stellend ab. Bereits
in der letzten Untersuchung vom Jahre 2001 zeigte sich, dass deutsche KMU
in der Nutzung von e-Business stark aufholen. Dieser Trend hat sich bis heute
behauptet. Dies erkennt man auch daran, dass sich die Prognosen der letzten
Studie, 75 % aller KMU würden im Internet präsent sein und 60 % betrieben
Online-Beschaffung, bewahrheitet haben. Darüber hinaus nimmt Deutschland
- insbesondere im SupplyChain Management - in der Zwischenzeit eine führende
Position ein.
Gleichzeitig lassen sich weitere Entwicklungsbedarfe feststellen, auf die das
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit reagieren sollte:
Die Befragungsergebnisse zur Zielerreichung deuten darauf hin, dass
"Viel e-Business = viel Erfolg" bedeutet. Deutlicher als bisher lässt sich
aber insbesondere die Gleichung "kein e-Business = kein Erfolg" validieren.
Unternehmen, die wenig bis gar kein e-Business nutzen, haben
deutlich weniger oft angegeben, ihre Ziele in Form von Gewinn,
Mitarbeiterwachstum und generelle Zielerreichung erreicht zu haben.
Deutsche KMU werden immer intensivere e-Business-Nutzer. Gleichzeitig
lässt sich feststellen, dass Kleinstunternehmen (1-10 Mitarbeiter) nicht
in demselben Maße ihre e-Business-Nutzung intensiviert haben wie größere
Unternehmen. Zusammen mit der oben erwähnten Gleichung, "kein
e-Business = kein Erfolg", bedürfen Kleinstunternehmen besonderer
Aufmerksamkeit.
Die Befragung nach Barrieren und Treibern von e-Business hat ergeben,
dass deutsche KMU dann in e-Business investieren, wenn ihr Kunde es
verlangt. Stand im Jahre 2001 noch Marktentwicklung im Vordergrund,
fallen die häufigsten Nennungen inzwischen auf kundenbezogene Treiber.
Dies ist eine riskante Strategie, da neueste Entwicklungen, die der Kunde
evtl. selbst nicht kennt, nicht berücksichtigt werden. Ist die Beziehung
zum Kunden sporadisch, wie im B2C üblich, besteht die Gefahr negativer
Kosten-/Nutzensalden.
Die erfolgreichsten und aufwendigsten e-Business-Applikationen finden
sich bei den KMU, die - typischerweise im B2B-Segment - kollaborativ
mit Großkunden gemeinsame Lösungen entwickeln. E-Commerce, e-CRM
und deren sinnvolle Ergänzung bereiten vielen KMU Schwierigkeiten.
Erfolgreiche e-Business-Lösungen sind mindestens branchenspezifisch -
wenn nicht unternehmensspezifisch. Die Einteilung von e-Business nach
e-Beschaffung, e-SCM, e-Commerce, E-CRM sowie Knowledge Management und
e-Government analog zur so genannten Gartner-Equation hat
gezeigt, dass keiner dieser Bereiche deutlich häufiger von allen KMU
genutzt wird,als andere.
Deutsche KMU sind der Meinung, sich ausreichend vor den Gefahren des
elektronischen Geschäftsverkehrs zu schützen. Optimierungsbedarf lässt
sich beim subjektiven Sicherheitsempfinden ("vertrauensbildende Maß-
nahmen darstellen"). Hier haben nur wenige Unternehmen angegeben
vertrauensbildende Maßnahmen zu berücksichtigen.
Die Nutzung von e-Governmentangeboten - obwohl vielfach vorhanden
- fällt im internationalen Vergleich weit zurück.
Insgesamt empfiehlt Rambøll Management dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Arbeit ihre Förderpolitik stärker auf die Bereiche e-Commerce und e-CRM zu
fokussieren. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich trotz einiger
individueller Entwicklungsbedarfe, die größten Entwicklungshemmnisse im e-Business
mit Kundenfokus erkennen lassen. Hier leidet der Markt noch deutlich
unter den Folgen der New-Economy-Ära.